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Gemeinden

Rickenbach LU: Kreativ, flexibel, beharrlich

Was vor drei Jahren noch Diskussionen in der Gemeinde ausgelöst hatte, ist dank unbeirrtem Einsatz zweier Frauen heute bereits selbstverständlich: Ein Mittagstisch und Betreuung am Nachmittag für Kindergarten- und Schulkinder im luzernischen Rickenbach.

Am Anfang des Projektes stand ein altes Haus in der Nähe der Schule – „ein idealer Ort für familienergänzende Betreuungsangebote“, fanden Gemeindeamtfrau Margrit Frank-Hunkeler und Sekundarlehrerin Sylvia Müller-Meyer, Präsidentin des örtlichen Frauenbundes SKF. Das Haus erwies sich im Nachhinein als baufällig, doch die beiden Frauen liessen nicht locker. Sie erstellten ein Konzept und organisierten die Angebote – mit Entgegenkommen der Schulleitung – vorerst in Gruppenräumen des Schulhauses. Für das Essen gingen die Betreuerinnen mit den Kindern ins Dominikanerinnenkloster. Im Rahmen eines Umbaus konnten dann Küche und Betreuungsraum im Schulhaus selber eingerichtet werden. Die „halb ehrenamtliche“ Arbeit für den Mittagstisch und die Betreuung teilen sich sechs Frauen. Die Leitung hat Sylvia Müller-Meyer.

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Nachdem zu Beginn vor allem der Mittagstisch kaum genutzt worden war, zählte man im Schuljahr 2005/2006 nun neun Kinder, die wochenweise oder das ganze Jahr den Mittagstisch besuchten. Die Nachmittagsbetreuung nahmen 32 Schülerinnen und Schüler in Anspruch. In der grossen Mehrheit waren es Kinder zwischen 7 und 10 Jahren. Am Anfang nutzten die einzelnen Kinder das Angebot durchschnittlich zwei Mal in der Woche, inzwischen ist dieser Durchschnitt auf drei Mal in der Woche gestiegen.

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Trägerschaft und Finanzierung

Getragen wird das Angebot von der politischen Gemeinde, der Kirchgemeinde und dem Ortsverein des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF). Vorübergehende Unterstützung leistet auch die Korporation Rickenbach. Bei der Finanzierung leistet die politische Gemeinde den Hauptanteil, „jedoch eher in bescheidenem Rahmen“, wie Margrit Frank festhält. Für die Anstossfinanzierung wurde das Projekt erfolgreich beim Bund eingereicht. Die Bundesbeiträge erwiesen sich als besonders hilfreich, weil im ersten Jahr auch für nicht belegte Plätze Mittel zur Verfügung standen. Dank finanzieller Unterstützung der örtlichen Stiftung „Rickenbach hilft Rickenbach“ konnten die Tarife für den Mittagstisch gesenkt werden. Das hatte vermehrte Anmeldungen zur Folge.

Kriens: Gute Bedingungen für ehrenamtliche Arbeit schaffen

In der Gemeinde Kriens wird auf das Schuljahr 2007/08 hin die familienergänzende Kinderbetreuung ausgebaut. Das Spezielle daran: Der neue Hort mit integriertem Mittagstisch wird – wie bereits drei bestehende Angebote – vom Gemeinnützigen Frauenverein in Kriens ehrenamtlich geführt werden. Allerdings stehen die Grenzen solcher Ehrenamtlichkeit zur Diskussion. Im Frühling 2005 wurden 2100 Krienser Eltern mit Kindern (von Neugeborenen bis zur 6. Primarklasse) zu ihrem Bedürfnis nach familienergänzender Betreuung befragt. Die Auswertung der Antworten zeigte: „Ein Ausbau ist unumgänglich.“

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In allen drei Institutionen arbeiten ausgebildete Fachfrauen. Die Gemeinde leistet zwar Beiträge an den Betrieb, Leistungsvereinbarungen jedoch fehlen noch. Zur Diskussion steht in diesem Zusammenhang auch die Höhe des Betrages, den der Frauenverein – neben der ehrenamtlichen Führung – künftig weiterhin in Form von Spenden beizusteuern hat. Für die Gemeinde allerdings ist klar: „Dass ein wichtiger Teil der Mittel über Spenden generiert werden kann, ist die grosse Stärke und das grosse Verdienst des Gemeinnützigen Frauenvereins“, erklärt Thomas Kost, Jugendbeauftragter der Gemeinde Kriens und Vertreter der Gemeinde in den Betriebskommissionen der einzelnen Institutionen. Aufgrund der Bedürfnisabklärung und parlamentarischer Vorstösse legte der Gemeinderat Kriens im April 2006 dem Einwohnerrat einen Planungsbericht „Familienergänzende Kinderbetreuung und Tagesschule“ vor. Der Einwohnerrat folgte dem Antrag, mit dem Gemeinnützigen Frauenverein eine Leistungsvereinbarung abzuschliessen zur Errichtung und Führung eines Hortes für 25 Schulkinder sowie eines integrierten Mittagstisches für weitere 25 Schulkinder. Das Projekt soll auf das Schuljahr 2007/08 im Heinrich-Walther-Haus realisiert werden, das zuvor von der Gemeinde saniert wird. Dass der Gemeinnützige Frauenverein Kriens auch die Trägerschaft für den neu zu schaffenden Hort übernimmt, mag überraschen. Doch Präsidentin Esther Siegenthaler erklärt, eine einheitliche Führung aller familienergänzenden Angebote sei sinnvoll, zumal der bestehende Mittagstisch in das neue Angebot integriert werde. Allerdings strebt sie bessere Bedingungen für diese ehrenamtliche Führungsarbeit an.